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Das PITT-Curriculum – Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie nach Reddemann in vier Teilen

Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie nach Luise Reddemann ist ein ressourcen- und würdeorientiertes Verfahren für die Behandlung komplexer Traumafolgestörungen. In vier aufeinander aufbauenden Wochenendkursen führt Dipl.-Psych. Martina Hahn, langjährige Assistentin Luise Reddemanns und von ihr autorisierte PITT-Ausbilderin, durch das vollständige Verfahren: von der Stabilisierung und der Versorgung verletzter innerer Anteile über die Wandlung verletzender Introjekte und die behutsame Traumakonfrontation bis zu Supervision und therapeutischer Selbstfürsorge.

Die vier Teile bilden eine Einheit und bauen verbindlich aufeinander auf. Das Curriculum ist deshalb ausschließlich als Gesamtpaket buchbar; eine Anmeldung zu einzelnen Teilen ist nicht möglich. Sie erhalten für jeden Teil ein Einzelzertifikat und nach Abschluss das Zertifikat des Gesamtcurriculums.

Die Termine im Überblick

Teil Thema Termin
Teil 1 Verletzte Anteile stärken – Stabilität & innere Sicherheit 19. und 20. Februar 2027
Teil 2 Innere Störenfriede wandeln – Arbeit mit verletzenden Anteilen 2. und 3. Juli 2027
Teil 3 Dem Erlebten begegnen – behutsame Konfrontation mit Distanz 22. und 23. Oktober 2027
Teil 4 In Balance bleiben – Selbstfürsorge & therapeutische Stärke 3. und 4. Dezember 2027
Alle vier Teile finden in Wolfsburg statt, jeweils freitags von 14:00 bis 21:30 Uhr mit gemeinsamem Abendessen und samstags von 9:00 bis 16:30 Uhr.

PITT 1

Verletzte Anteile stärken – Stabilität & innere Sicherheit

19. und 20. Februar 2027

Komplexe Traumafolgestörungen entstehen durch frühe, wiederholte Verletzungen, und ihre Behandlung beginnt nie mit der Erinnerung, sondern mit Sicherheit. Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie nach Luise Reddemann setzt darum konsequent bei den Ressourcen an: bei dem, was Menschen immer schon geholfen hat, schwere Belastungen zu überstehen. Teil 1 legt dieses Fundament aus Stabilität und innerer Sicherheit.

Sie lernen die zentralen Behandlungsprinzipien der PITT kennen und üben die Aktivierung stabilisierender Ressourcen, von positiven Gegenbildern bis zum Freudetagebuch. Sie verstehen das Konzept der strukturellen Dissoziation und erproben imaginative Distanzierungstechniken: den inneren Beobachter, die Bildschirmtechnik, den Ort der Geborgenheit und unterstützende Helferwesen. Mit der Ego-State-Theorie und dem Modell der inneren Bühne erschließen Sie die Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen und lernen in Demonstration und angeleiteter Kleingruppenarbeit, verletzte jüngere Ich-Anteile zu versorgen. Trost, Mitgefühl und Selbstfürsorge erarbeiten Sie dabei als eigenständige therapeutische Wirkfaktoren.

Fallvignetten aus der Traumatherapie klären Indikationen und Grenzen; die Übungen sind selbsterfahrungsorientiert, bringen Sie dafür Offenheit mit.

PITT 2

Innere Störenfriede wandeln – Arbeit mit verletzenden Anteilen

2. und 3. Juli 2027

„Du bist nichts wert“, „Streng dich mehr an“: Die härtesten Sätze sprechen viele traumatisierte Patienten zu sich selbst. Hinter dieser Selbstabwertung und den inneren Antreibern stehen verletzende Introjekte, verinnerlichte Beziehungserfahrungen, die im Inneren weiterwirken. Teil 2 des Curriculums widmet sich ihrer Wandlung als einem zentralen Element der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie.

Sie frischen die Stabilisierungsarbeit aus Teil 1 auf und vertiefen die Versorgung verletzter innerer Anteile. Auf bindungstheoretischer Grundlage verstehen Sie, wie verletzende Introjekte entstehen, wie sie Selbstabwertung, innere Antreiber und Traumafolgesymptomatik speisen und in welchen Formen sie sich klinisch zeigen. In der Demonstration erleben Sie die imaginative Wandlungsarbeit, bevor Sie sie in zwei angeleiteten Kleingruppeneinheiten selbst erproben und den Zusammenhang zwischen verletzenden Introjekten, verletzten Anteilen und traumabezogenen Bewältigungsstrategien erarbeiten. Die Einordnung imaginativer Verfahren und Distanzierungstechniken in den Gesamtprozess der Traumatherapie rundet das Modul ab.

Fallvignetten sichern die Integration in Ihre Behandlungen; die Übungen enthalten Selbsterfahrungsanteile.

PITT 3

Dem Erlebten begegnen – behutsame Konfrontation mit Distanz

22. und 23. Oktober 2027

Wann ist ein Patient bereit, dem Erlebten zu begegnen, und wie gelingt das, ohne zu überfluten? Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie beantwortet diese Frage mit einem eigenen Weg: Konfrontation aus maximaler Distanz, eingebettet in Stabilisierung davor und Trost danach. Teil 3 des Curriculums vermittelt genau diese Kunst der behutsamen Annäherung.

Sie vertiefen zunächst die Stabilisierungs- und Introjektarbeit der ersten beiden Teile und klären anhand der Leitlinien der modernen Traumatherapie die Indikationsstellung für traumakonfrontative Verfahren. Mit dem inneren Beobachter und weiteren imaginativen Strategien schaffen Sie die Distanz, die eine sichere Bearbeitung erlaubt, und nutzen das BASK-Modell für die strukturierte Annäherung an traumatische Erinnerungen. In der Demonstration erleben Sie eine behutsame konfrontative Intervention mit kontinuierlicher Selbstregulation, bevor Sie das Vorgehen in angeleiteten Kleingruppen selbst durchführen. Trost, Selbstmitgefühl und stabilisierende Interventionen vor, während und nach der Konfrontation erhalten dabei eigenen Raum, ebenso Ihre eigene Entlastung als Behandler.

Die Fallarbeit führt von der Indikationsstellung über die Durchführung bis zur Nachsorge; die Übungen sind selbsterfahrungsorientiert.

PITT 4

In Balance bleiben – Selbstfürsorge & therapeutische Stärke

3. und 4. Dezember 2027

Am Ende eines Curriculums steht die wichtigste Frage: Wie wird aus dem Gelernten gelebte Praxis, die auch den Behandler trägt? Teil 4 führt die Fäden der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie zusammen, vertieft die Haltung aus Würdeorientierung und Mitgefühl und richtet den Blick zugleich auf Ihre eigene Balance in der traumatherapeutischen Arbeit.

Sie wiederholen und vertiefen die zentralen Konzepte des Verfahrens: die Versorgung verletzter jüngerer Ich-Anteile auf Grundlage der Ego-State-Theorie, die Wandlung verletzender Introjekte mit supervisorischer Reflexion und die Traumakonfrontation mit Distanzierungstechniken und BASK-Modell, jeweils in Demonstration und Kleingruppenarbeit. Schwierige Therapieverläufe und Übertragungs- wie Gegenübertragungsprozesse reflektieren Sie anhand mitgebrachter Fallbeispiele und entwickeln in Supervision und Intervision traumatherapeutische Fallkonzeptionen für Ihre komplexen Behandlungsverläufe. Den Abschluss bildet Ihr eigener Schutz: das Erkennen eigener Belastungsreaktionen, die Prävention von Sekundärtraumatisierung und Burnout und die Entwicklung eines individuellen Selbstfürsorgekonzepts für eine langfristig tragfähige therapeutische Haltung.

Bringen Sie eigene Fälle aus Ihrer Praxis mit, sie stehen in diesem Modul im Mittelpunkt; die Übungen enthalten Selbsterfahrungsanteile.

Ihre Dozentin

Dipl.-Psych. Martina Hahn war langjährige Assistentin Luise Reddemanns und ist von ihr autorisierte PITT-Ausbilderin. Sie lehrt die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie seit vielen Jahren im Auftrag und in der Tradition Luise Reddemanns und vermittelt das Verfahren so, wie sie es an der Seite der Begründerin gelernt hat. Alle vier Teile des Curriculums finden durchgehend unter ihrer Leitung statt.

Organisatorisches

Das PITT-Curriculum ist ausschließlich als Gesamtpaket buchbar; eine Anmeldung zu einzelnen Teilen ist nicht möglich. Die vier Teile bauen verbindlich aufeinander auf und setzen die Teilnahme an allen vier Wochenenden voraus. Für jeden abgeschlossenen Teil erhalten Sie ein Einzelzertifikat, nach Teil 4 zusätzlich das Abschlusszertifikat des Gesamtcurriculums.

Kursort ist Wolfsburg. Die Kurszeiten sind an allen vier Wochenenden gleich: freitags von 14:00 bis 21:30 Uhr, einschließlich eines gemeinsamen Abendessens, und samstags von 9:00 bis 16:30 Uhr.

Anmeldung

Wenn Sie die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie vollständig und in direkter Tradition Luise Reddemanns erlernen möchten, laden wir Sie herzlich ein, sich für das PITT-Curriculum 2027 anzumelden. Wir freuen uns darauf, Sie an vier Wochenenden in Wolfsburg zu begleiten.