Vom Zwang zum Ideal – oder: Warum gut genug oft besser ist

„Das ist noch nicht gut genug.“
Perfektionismus als transdiagnostischer Faktor erkennen und behandeln: von der Exploration bis zu Interventionen für flexiblere Ansprüche.
Perfektionismus tarnt sich gut: Was als Fleiß, Gewissenhaftigkeit oder hoher Anspruch gilt, entpuppt sich in der Praxis oft als rigides Muster, das wie ein Zwang wirkt, von dem man nicht ablassen kann. Die Patientin, die jede Therapieübung fehlerfrei absolvieren will und sich für ausbleibende Fortschritte verurteilt, der Klient, dessen Exposition scheitert, weil er sie „richtig genug“ machen muss: Perfektionismus wirkt bei Depression, Angst, Zwang, Burnout und chronischem Grübeln als aufrechterhaltender Faktor, der Veränderung systematisch sabotiert, und er nimmt gesellschaftlich weiter zu.
Der Workshop führt in die teils widersprüchlichen Konzepte des Perfektionismus ein, von funktionalen bis dysfunktionalen Formen, von selbst- bis fremdbezogenen Ansprüchen, und macht seine transdiagnostische Rolle deutlich. Anhand typischer Fallbeispiele üben Sie die Exploration perfektionistischer Facetten und lernen die wichtigsten Interventionen kennen, um starre Standards zu flexibilisieren: kognitive Strategien, Verhaltensexperimente mit der Unvollkommenheit und achtsamkeitsbasierte Ansätze gegen die Selbstkritik. Auch die eigenen perfektionistischen Tendenzen als Behandler kommen zur Sprache.
Sie gewinnen Werkzeuge für ein Muster, das in fast jeder Behandlung mitläuft, meist unbemerkt, aber wirkmächtig. Bringen Sie gern eigene Fälle mit.