Mit jedem Atemzug – Breathwork als kraftvolle Methode in der Psychotherapie

„Atmen Sie einmal aus. Länger als sonst.“
Atemtechniken für die Psychotherapie: Physiologie verstehen, Atemmuster erkennen und Übungen von Beruhigung bis atembezogener Exposition einsetzen.
Atem-Apps, Breathwork-Kurse, Atemvideos: Patienten bringen den Trend längst mit in die Stunde, und dahinter steckt mehr als eine Mode. Der Atem ist die einzige autonome Körperfunktion, die sich unmittelbar willentlich steuern lässt, und damit eine direkte Schnittstelle zwischen Physiologie und Psyche. Diese Fortbildung macht daraus eine niedrigschwellige, körperorientierte Intervention für Ihre psychotherapeutische Praxis.
Sie lernen die kulturellen und theoretischen Grundlagen der Atemarbeit kennen und verstehen die Physiologie der Atmung samt ihrer Wirkung auf das autonome Nervensystem und die Affektregulation. Typische Atemmuster bei Angst, Depression, Stress und Trauma erschließen Sie als Diagnostik- und Interventionshilfe. Praktisch üben Sie Techniken zur Aktivierung und Beruhigung, von der verlängerten Ausatmung über die Buteyko-Methode bis zur Wechselatmung, und lernen die atembezogene Exposition für Angststörungen, PTBS und psychosomatische Beschwerden zu planen und durchzuführen. Sie erproben die Einbindung in Einzel- und Gruppensettings und entdecken den eigenen Atem als Ressource für therapeutische Präsenz und Selbstfürsorge. Der Forschungsstand wird dabei ebenso klar benannt wie die Grenzen der Methode. Der Dozent integriert als Psychotherapeut und langjähriger Qi-Gong- und Taiji-Lehrer körperorientierte Verfahren seit vielen Jahren in Prävention und Psychotherapie.
Das Selbsterleben steht im Zentrum: Sie erproben die Atemtechniken am eigenen Körper; bringen Sie dafür Offenheit mit. Fallreflexionen und Erfahrungsaustausch sichern den Transfer in Ihre Behandlungspläne.