Krank vor Verantwortung? – Wenn das innere „Ich muss!“ zur psychischen Falle wird

„Wenn ich es nicht mache, macht es keiner!“
Überverantwortung als transdiagnostischer Faktor bei Angst, Zwang und Depression:
erkennen, explorieren und therapeutisch ausgeglichener gestalten
Verantwortung zu übernehmen gilt als Ideal unserer Zeit, ob für das Klima, die Familie oder die eigene Zukunft. Die Kehrseite begegnet uns in der Praxis täglich: Patienten, die sich für alles zuständig fühlen, sich absichern, grübeln und erschöpfen. Das Konzept der übertriebenen Verantwortlichkeit fasst dieses Muster. In der Forschung hat es sich als transdiagnostischer Faktor bei Zwangsstörungen, Generalisierter Angststörung, Sozialer Phobie und Depression erwiesen.
Der Kurs vermittelt die theoretischen und empirischen Grundlagen des Konzepts. Sie lernen Formen und Entstehungsbedingungen überzogener Verantwortungsüberzeugungen kennen, ihre kognitive Architektur und ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung verschiedener Störungsbilder bis hin zu Helfersyndrom und pathologischem Altruismus. Anhand von Fallbeispielen üben Sie, individuelle Verantwortungsmuster strukturiert zu explorieren, und lernen die wichtigsten therapeutischen Interventionen kennen, um eine ausgewogene Verantwortungsübernahme zu fördern. Selbsterfahrungsanteile laden ein, die eigene Verantwortungsprägung zu reflektieren.
Am Ende verfügen Sie über ein praxistaugliches Instrumentarium, das sich störungsübergreifend in Ihre Behandlungen integrieren lässt.