Wenn Trauer sprachlos macht – Psychotherapeutische Begleitung nach dem Verlust eines Kindes

„Manche Trauer macht sprachlos. Auch uns Behandler.“
Trauernde Eltern psychotherapeutisch begleiten: von der Diagnostik komplizierter Trauer bis zu wirksamen Interventionen und einer tragfähigen Haltung.
Der Verlust eines Kindes, ob während der Schwangerschaft, rund um die Geburt oder im späteren Kindesalter, erreicht früher oder später fast jede psychotherapeutische Praxis. Oft zeigt er sich erst Jahre danach, in Form von Depressionen, Ängsten, Traumafolgestörungen oder Partnerschaftskonflikten. Zugleich erleben viele Behandler den Umgang mit Trauer und Tod als herausfordernd. Diese Fortbildung vermittelt fachliche Sicherheit und konkretes Handwerkszeug für die Begleitung trauernder Eltern.
Sie lernen die Besonderheiten der Trauer nach dem Verlust eines Sternenkindes kennen, ebenso Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Begleitung von Eltern, die ein älteres Kind verloren haben. Ausgehend von aktuellen Trauermodellen unterscheiden Sie normale von komplizierten Trauerreaktionen und grenzen die anhaltende Trauerstörung diagnostisch von Depression und Traumafolgestörungen ab. Therapeutisch üben Sie verhaltenstherapeutische Interventionen: den Umgang mit Schuld und anderen belastenden Kognitionen, Emotions- und Traumaverarbeitung, Verhaltensaktivierung sowie Rituale, Erinnerungsarbeit und nonverbale, auch körperorientierte Methoden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der professionellen Haltung: Trauerbegleitung bedeutet oft weniger, Gefühle zu verändern, als sie gemeinsam auszuhalten und einen sicheren Raum für ihre Verarbeitung zu schaffen. Sie reflektieren dafür auch die eigene Haltung zu Verlust, Tod und Sterben sowie Ihre professionelle Selbstfürsorge; Fallarbeit sichert den Transfer in die Praxis.