Wenn Therapie nicht nach Drehbuch läuft – Angewandte Improvisation in der Psychotherapie

„Es gibt keine Fehler. Nur Angebote.“
Prinzipien des Improvisationstheaters für die Therapie nutzen: Präsenz, Statusflexibilität und spielerische Verhaltenserprobung, erfahrungsorientiert vermittelt.
Therapie läuft selten nach Drehbuch: Patienten überraschen uns, Sitzungen nehmen unerwartete Wendungen, und die besten Momente entstehen oft ungeplant. Die Angewandte Improvisation macht aus dieser Realität eine Methode. Ihre Grundhaltung stammt aus dem Improvisationstheater, das keine Fehler kennt, sondern nur Angebote, und sie lässt sich direkt in therapeutisches Arbeiten übersetzen.
Der Kurs erschließt die Prinzipien der Angewandten Improvisation konsequent durch eigenes Erleben: In Übungen aus dem Improvisationstheater trainieren Sie Präsenz und interpersonelle Achtsamkeit, erleben Statusverhalten und flexible Positionswechsel in Beziehungen und erproben den konstruktiven Umgang mit Allianzbrüchen. Die theoretische Verankerung reicht von der Konsistenztheorie nach Grawe bis zum Circumplexmodell. Dabei erfahren Sie am eigenen Verhalten, was später Ihre Patienten erfahren sollen: dass sich neue Denk- und Verhaltensweisen im geschützten Spiel ausprobieren lassen, bevor sie im Alltag gelingen müssen.
Die Übungen lassen sich schulenübergreifend in Einzel- und Gruppentherapie integrieren, etwa bei Depression, sozialen Ängsten oder zur Stärkung der therapeutischen Allianz. Bereitschaft zum Mitspielen ist die einzige Voraussetzung.