Wenn Abschalten zum Überleben wird – oder: Abwesend anwesend. Dissoziation zwischen Schutz und Überforderung

„Und plötzlich ist die Patientin nicht mehr da.“
Dissoziation erkennen und behandeln: von Depersonalisation bis zu funktionellen neurologischen Symptomen, mit Akutstrategien und Praxiswerkstatt.
Mitten im Gespräch entgleitet der Blick, die Patientin ist körperlich anwesend und doch nicht mehr erreichbar. Dissoziative Zustände gehören zu den irritierendsten Phänomenen des Praxisalltags: einst als Schutzmechanismus entstanden, im Hier und Jetzt aber ein Hindernis für Kontakt, Alltag und Therapie. Viele Behandler fühlen sich in diesen Momenten hilflos, denn systematisches Wissen zur Dissoziation kommt in der Ausbildung oft zu kurz.
Dieser Kurs schließt die Lücke in ungewöhnlicher Breite. Sie lernen die neurobiologischen und traumabezogenen Grundlagen, die Diagnostik und Differenzialdiagnostik dissoziativer Symptome und deren Einordnung bei verschiedenen Störungsbildern. Neben Derealisation, Depersonalisation und struktureller Dissoziation widmet sich der Kurs ausführlich der körperlichen Dissoziation mit funktionellen neurologischen Symptomen, einem Forschungsschwerpunkt der Dozentin. Sie üben evidenzbasierte Strategien zur Unterbrechung akuter dissoziativer Zustände und entwickeln in der Praxiswerkstatt individuelle Stabilisierungs- und Behandlungspläne.
Sie gewinnen eine traumasensible Haltung und konkrete Handlungssicherheit für die Momente, in denen Patienten „weg“ sind, ambulant wie stationär.