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SUMMARY:Ist das noch normal oder schon pathologisch? – Psychopathologie von Alltagsphänomenen
DESCRIPTION:Alltagspsychologie verstehen\, Spektren erkennen\, klinische Phänomene neu einordnen\nVersprecher\, Verliebtheit\, obsessive Gedanken nach einer Trennung\, das kurze Misstrauen gegenüber dem Nachbarn oder die eigene Schüchternheit vor Präsentationen – viele dieser alltäglichen Erfahrungen erscheinen banal\, bis man sie unter eine klinische Lupe legt. Dieser Kurs folgt der freudschen Idee\, dass unscheinbare Fehlleistungen und alltägliche psychische Muster mehr über die Funktionsweise des Geistes verraten\, als es auf den ersten Blick scheint. Indem wir Alltagsphänomene als „verdünnte“ oder abgeschwächte Varianten klinischer Störungsbilder betrachten\, wird sichtbar\, wie fließend die Grenze zwischen Normalität und Psychopathologie tatsächlich ist. Die Teilnehmenden lernen\, welche Mechanismen hinter vertrauten Verhaltensweisen stehen und wie dieselben Prozesse – je nach Ausprägung und Kontext – zu klinisch relevanten Symptomen werden können. \nDer Kurs lädt dazu ein\, die Psychopathologie als ein Kontinuum zu begreifen\, auf dem sich Alltagsreaktionen und psychische Störungen nicht als Gegensatz\, sondern als Verwandte bewegen. Anhand konkreter Beispiele – vom neurotischen Grübeln über „Verliebtheitsmanien“ bis hin zu verschwörungsähnlichen Kognitionen – wird nachvollziehbar\, wie psychiatrische Erkenntnisse ein tieferes Verständnis für alltägliches Erleben ermöglichen. Gleichzeitig wird deutlich\, weshalb viele Patient:innen nicht aus dem Nichts in klinische Zustände geraten\, sondern an bestehende psychologische Muster anknüpfen\, die im Alltag häufig als unproblematisch gelten.  \nWas Sie in diesem Kurs erwartet:\nSie erhalten einen differenzierten Überblick über Alltagsphänomene\, die nahe an klinischen Störungsbildern liegen – und lernen\, wie man diese Phänomene diagnostisch einordnet\, ohne sie zu pathologisieren. Mit Hilfe fallbezogener Miniaturen werden typische Spektren sichtbar: Wann ist Schüchternheit eine Persönlichkeitsvariante\, wann ein Vorläufer der sozialen Angststörung? Woran lässt sich unterscheiden\, ob Zerstreutheit eine Facette von Lebensstil\, ADHS oder Überlastung ist? Welche Parallelen bestehen zwischen Liebeskummer und depressiven Episoden oder zwischen Alltagsmisstrauen und paranoiden Denkstilen? Der Kurs macht die zugrunde liegenden Prinzipien transparent und zeigt\, wie klinische Mechanismen im Alltag in „light-Versionen“ auftauchen. \nKonkret werden behandelt:\n\nSpektrummodelle psychischer Störungen: Kontinuitäten zwischen Alltag und Klinik\nAlltagsphänomene als „Mikroformen“ von Störungen: Beispiele aus Affektregulation\, Aufmerksamkeit\, Bindung\, Kognition\nÜbergänge erkennen: Wann wird ein normales Verhalten klinisch bedeutsam?\nRelevante psychologische Mechanismen: Grübeln\, Impulsivität\, Misstrauen\, emotionale Intensität\nNutzen für die klinische Arbeit: anamnestische Sensibilität\, Psychoedukation\, Prävention\n\nWarum dieser Kurs?\nViele Menschen suchen erst dann therapeutische Hilfe\, wenn alltägliche Muster eskalieren und klinische Relevanz erlangen. Ein tiefes Verständnis der Übergänge zwischen Alltagspsychologie und Psychopathologie ermöglicht es\, Symptomdynamiken früher zu erkennen\, Missverständnisse in der Diagnostik zu vermeiden und Patient:innen präziser zu psychoedukieren. Darüber hinaus schärft der Blick auf „Alltagsminiaturen“ den diagnostischen Sinn für feine Nuancen – ein Vorteil in allen therapeutischen Schulen. Dieser Kurs bietet die seltene Gelegenheit\, klinische Psychopathologie aus einer ungewohnten Richtung zu betrachten: vom Alltag her\, nicht erst von der Erkrankung.
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SUMMARY:Das Immunsystem der Seele – Resilienztraining zwischen Coach und Couch
DESCRIPTION:„Resilienz. Können Sie das Wort noch hören?“\nResilienz wissenschaftlich fundiert: von den Schutzfaktoren über Resilienzprofile bis zu evidenzbasierten Trainingsprogrammen für Therapie und Beratung. \nKaum ein psychologischer Begriff wird derzeit so inflationär gebraucht wie Resilienz\, und kaum einer ist wissenschaftlich so spannend. Denn hinter dem Ratgeber-Hype steht ein präzises Konzept: Resilienz ist das Ergebnis eines dynamischen Anpassungsprozesses\, der Erhalt oder die rasche Wiederherstellung psychischer Gesundheit trotz Widrigkeiten. Sie lässt sich nur beurteilen\, wenn man die Stressoren kennt\, denen ein Mensch ausgesetzt ist\, und sie reicht über individuelle Fähigkeiten hinaus bis zu körperlicher Gesundheit und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. \nDer Kurs vermittelt Geschichte\, Konzept und die wichtigsten wissenschaftlichen Befunde der Resilienzforschung\, einschließlich der biologischen Grundlagen. Sie lernen die zentralen psychosozialen Schutzfaktoren kennen\, von Selbstwirksamkeit über Emotionsregulation bis zur Sinnorientierung\, und üben in Fallarbeit\, individuelle Resilienzprofile zu erstellen und daraus Interventionen abzuleiten. Moderne evidenzbasierte Trainingsprogramme werden vorgestellt und in Übungen erprobt. In Gruppenarbeit entwickeln Sie ein eigenes Resilienzprojekt für Ihr Setting\, ob Praxis\, Klinik\, Schule oder Arbeitswelt. \nSie gewinnen ein fundiertes Fundament\, um Resilienzförderung seriös zu planen und durchzuführen\, jenseits von Küchenpsychologie.
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SUMMARY:Gute Laune ist schön\, aber Sinn hält länger – Positive Interventionen für Resilienz und Lebenszufriedenheit
DESCRIPTION:„Mir geht’s ja schon besser. Aber gut geht’s mir nicht.“\nPositive Psychologie evidenzbasiert nutzen: Was positive Interventionen bei Depression und Erschöpfung leisten und wie sie sich therapeutisch integrieren lassen. \nPsychotherapeuten sind darauf trainiert\, Symptome zu erkennen und zu reduzieren. Viele Patienten wünschen sich aber mehr als Symptomfreiheit: ein Leben\, das sich wieder lohnt. Genau hier setzt die Positive Psychologie an\, die den Blick von „Fix what’s wrong“ auf „Build what’s strong“ erweitert. Diese Fortbildung vermittelt ihre Interventionen auf gesichertem wissenschaftlichem Fundament\, ohne Wohlfühlrhetorik und vereinfachte Glücksformeln. \nSie lernen Entstehung und Leitprinzipien der Positiven Psychologie kennen und können die Studienlage zur Wirksamkeit positiver Interventionen bei Depression\, Stress und für das Wohlbefinden kritisch einordnen\, einschließlich ihrer Grenzen und der Risiken einer toxischen Positivität. Kerninterventionen wie Dankbarkeitsübungen sowie Sinn- und Wertearbeit erleben Sie in der Selbsterfahrung und ordnen sie therapeutisch ein. Die neurobiologischen Grundlagen positiven Erlebens vermittelt der Dozent aus erster Hand: Er forscht selbst zur kognitiven Neurowissenschaft des Positiven und hat grundlegende Arbeiten zur Psychologie des Positiven verfasst. \nSie erarbeiten\, wie sich positive Interventionen mit kognitiven\, achtsamkeitsbasierten und schematherapeutischen Ansätzen verbinden lassen\, gerade bei Depression\, Burnout und chronifizierten Verläufen. In der Kleingruppenarbeit wenden Sie die Interventionen auf eigene Fallbeispiele an; bringen Sie gern Fälle aus Ihrer Praxis mit.
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SUMMARY:Lifestyle-Psychiatrie. Wie unser Lebensstil unsere Psyche beeinflusst
DESCRIPTION:Der nächste Therapiefortschritt liegt vielleicht im Alltag zwischen den Stunden.\nLifestyle-Psychiatrie für die Praxis: wie Ernährung\, Bewegung\, Schlaf und soziale Verbundenheit psychische Gesundheit stützen und wie Sie das nutzen. \nIn der Therapiestunde sprechen wir über Gedanken und Gefühle\, doch Schlafmangel\, Bewegungsarmut\, ungünstige Ernährung und stundenlanges Scrollen sitzen längst mit im Raum. Die Lifestyle-Psychiatrie nimmt genau diese gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen ernst: als Faktoren der Prävention\, der Behandlung und der Rückfallprophylaxe psychischer Erkrankungen\, und als Brücke zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit. \nSie lernen die Grundlagen und die wissenschaftliche Entwicklung der Lifestyle-Psychiatrie kennen und können die Evidenz zu den einzelnen Lebensstilfaktoren einordnen: Ernährung und Mikronährstoffe samt ernährungsbezogener Interventionen; körperliche Aktivität mit ihren neurobiologischen und psychologischen Wirkmechanismen und evidenzbasierten Empfehlungen bei Depressionen und Angststörungen; Schlafqualität\, Mediennutzung und digitale Lebenswelten; schließlich soziale Verbundenheit\, Berührung\, Stressregulation und Sinnorientierung als psychosoziale Ressourcen. Für die Umsetzung üben Sie motivierende Gesprächsführung und den Aufbau gesundheitsbezogener Gewohnheiten und entwickeln individuelle Lebensstilkonzepte\, die sich in bestehende Therapiekonzepte integrieren lassen. Der Dozent verbindet als Psychiater\, Neurowissenschaftler und Philosoph an der Charité die Mechanismen mit der klinischen Anwendung. \nIn der Fallarbeit erproben Sie die Konzepte an praxisnahen Beispielen und reflektieren ebenso offen die Grenzen lebensstilbezogener Interventionen in der Psychotherapie.
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